Gegensätze

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Gegens�tze

Text 1: Die Yildirims

Aziza-A Yildirim, 26, Rap-S�ngerin In der Schule fanden es die anderen T�rkinnen toll, da� ich so anders war. Die Jungs dagegen [=on the contrary], f�r die war ich durchgeknallt [=nuts, crazy]. Die konnten nicht damit umgehen [=deal with it], da� ich so selbstbewu�t [=self-confident] war und mich ihnen nicht unterwarf [=didn't submit to them]. Ich wohne immer noch bei meinen Eltern, ich habe nicht irgendwann die T�r hinter mir zugeschlagen [=slammed shut] und gesagt, ich gehe. Ich habe viel geheult [heulen = to cry vigorously], viel debattiert, viel eingesteckt [=(I took) a lot of abuse], jetzt geht es mir gut. Ich versuche, aus beiden Kulturen das Beste f�r mich zu holen. Deshalb sind meine Texte t�rkisch und deutsch. Aysl Yildirim, 51, Hausfrau, und Salim Yildirim, 59, Hausmeister [=custodian, janitor] Wir haben ihre Musik immer unterst�tzt [=supported]. Nat�rlich waren wir auch besorgt um sie [=worried about her] und konnten manchmal n�chtelang nicht schlafen, wenn sie unterwegs [=on the road] war. Sie sieht nicht, was wir sehen k�nnen. Wir haben ihr gesagt: Egal was du machst [=whatever you do], vergi� nicht, da� wir t�rkisch und islamisch sind und wo wir herkommen [=come from].

Text 2: Die Aydins

Feliz Aydin, 19, Sch�lerin Seit sieben Monaten trage ich Kopftuch [=headscarf]. Mein Vater wollte, da� ich es trage, aber ich konnte es zuerst nicht. Er hat mit Geduld [=patience] gewartet und mich immer lieb darauf aufmerksam gemacht [=kindly drew my attention to it]. In Deutschland f�hle ich mich freier und wohler, hier kann jeder machen, was er will. In Istanbul wird man angestarrt [=one gets stared at], wenn man Kopftuch tr�gt. Ich habe die Deutsche Staatsangeh�rigkeit [=citizenship] und m�chte sp�ter studieren. Necdef Aydin, 49, Wohnheimaufseher [=building manager] Ich bin ein T�rke mit einer eigenen [here: my own] Kultur, mit einem eigenen Glauben [=faith]. Damit m�chte ich leben, wo immer [=wherever] wir sind. Wir sind f�r die Kinder da, und die Kinder sind f�r die Eltern da. Wir haben darauf geachtet [=we made sure], da� sie unsere Mentalit�t und unseren Glauben kennen. Ich habe mit Liebe erzogen [erziehen = to raise kids], die ist st�rker als Druck [=pressure]. Meine Frau kommt aus einer modernen Familie. Zehn Jahre hat sie kein Kopftuch getragen, ich habe mit Geduld gewartet. Seit zehn Jahren tr�gt sie es.

Text 3: Die �tkens

Berin �tken, 26, Diplomingenieurin Manche wundern sich, da� ich so jung schon Diplomingenieurin bin. Ich habe einen deutschen Pa�. Das Interessante ist, da� man von beiden Kulturen sich das Beste aussuchen [=pick, choose] kann. Von der t�rkischen zum Beispiel die Gastfreundschaft [=hospitality], den Respekt vor Alten und den Eltern. In der T�rkei bin ich Ausl�nder, man kann nie direkt sagen, was die Heimat [=home] ist. Heiraten w�rde ich gerne einen T�rken, aus religi�sen und kulturellen Gr�nden [=for...reasons]. Er sollte aber nicht zu streng [=strict] sein und mir nicht vorschreiben [=prescribe], was ich anzuziehen [=to wear] h�tte. Es sollte ein Mann sein, der ein bi�chen die F�hrung �bernimmt [=who takes the lead a little], ich m�chte bei ihm geborgen [=safe, protected] sein. G�l�zar �tken, 49, Fr�hrentnerin [=early retiree] Es war schwer f�r uns,als Berin studierte, wir haben vier Kinder und nur zweieinhalb Zimmer, Sie hatte kein Studierzimmer, auch das Geld war knapp [=scarce]. Sie wohnt noch bei uns, arbeitet viel, trotzdem [=nevertheless] hilft sie mir viel. Sie ist eine wunderbare Tochter. Wir denken modern, sie darf allein verreisen und tanzen gehen. Es ist nicht gut, wenn man zu streng ist.

Text 4: Die Celiks

Senay und Yilcliz Celik, 27 und 29, Gesch�ftsfrauen [=businesswomen] Es war ein harter Kampf [=fight, struggle] f�r alle, nach zwei Jahren hatten wir unser Ziel [=goal] erreicht [=reached]: n�mlich ausgehen zu k�nnen, Freunde zu haben, eine eigene [here: our own] Wohnung. Das war damals so un�blich [=unusual, uncommon], da� wir als Nutten beschimpft wurden [=that we were called whores]. Wir und die Eltern wurden von allen Seiten [=sides] terrorisiert. Als Senay mit 18 sagte, sie werde sp�ter einen deutschen Mann heiraten, ist unser Vater explodiert: Er w�rde sich dann aufh�ngen [=hang himself]. Sie war danach tats�chlich [actually, in fact] mit einem Deutschen zusammen, und unser Vater hat ihn sehr geliebt. Wir haben mit dem Vater gek�mpft [=fought, struggled], er wurde von Verwandten [=relatives] und Bekannten [=acquaintances] unter Druck [=pressure] gesetzt. Aber am Schlu� [=in the end] sagte er: Ihr seid mir wichtiger [=you're more important to me], was die anderen sagen, ist mir egal [=I don't care]. Heute ist Vater unser bester Freund. Wir sind stolz [=proud] auf ihn. Hamdi Celik, 53, Gesch�ftsmann Als meine T�chter auszogen [=moved out], sagten die anderen: Schneide deinen Schnurrbart [=moustache] ab [abschneiden = to cut off], du bist kein Mann mehr, wenn du dich von deinen T�chtern so dominieren l��t. Diese Zeit war furchtbar [=terrible].

Text 5: Die Yalcins

Hatice Yalcin, 29, Studentin Sport hat mir viele T�ren ge�ffnet. Ich habe andere Menschen kennengelernt, auch Frauen, die studierten. Dadurch [=through that, as a result] haben sich meine Laufbahn [=(career) trajectory, path] und mein Leben ge�ndert [=changed]. Mein Denken war sehr auf t�rkische Werte [=values] und Traditionen ausgerichtet [=oriented towards], ich war auf fr�hes Heiraten und Kinderkriegen [=having children] fixiert. Mit meinen Geschwistern spreche ich deutsch, mit den Eltern t�rkisch. Rein [=purely, exclusively] t�rkisch zu reden f�llt mir schwer, ich mu� dabei �fter nach W�rtern suchen [=search for]. Schwer ist, da� man nirgends ganz dazu geh�rt [=that one doesn't entirely belong anywhere]. Die T�rkei ist nicht meine Heimat [=home] und Berlin auch nicht. Sevim Yalcin, 54, Hausfrau, Altay Yalcin, 61, Rentner [=retiree] Wir haben vier Kinder und leben jetzt allein. Wir sind ein bi�chen traurig, aber sie sind gro� geworden. Manchmal waren wir keine richtige Familie. Wir sind beide arbeiten gegangen, da waren die Kinder manchmal allein. Aber wir haben es nicht anders geschafft [=we couldn't manage it any other way], wir haben darauf geachtet [=we made sure], da� sie alles schaffen [=that they would make it through all of it], Schule und Ausbildung [=vocational training], alle studieren.

Text 6: Die Yasars

Altan Yasar, 18, Sch�ler Ich durfte alles machen, ich bin ja auch hier geboren. Meine langen Haare mu�te ich noch abschneiden [=cut off], als ich 14 war, aber jetzt habe ich's durchgesetzt [=I've gotten my way]. Ich habe deutsche und t�rkische Freundinnen, aber heiraten m�chte ich nur eine T�rkin. Sie mu� nat�rlich Jungfrau [=a virgin] sein, auch wenn ich vor der Ehe Sex habe. Ich m�chte jetzt auf keinen Fall [=absolutely not] mit meinen Eltern in die T�rkei zur�ckgehen, auch wenn [=even if] sie es in K�rze [=soon] tun. Wenn ich richtig Geld h�tte, w�rde ich gerne einen Laden aufmachen [=open a store], zum Beispiel eine Disko. Feride Yasar, 58, Hausfrau In Deutschland d�rfen die Jugendlichen [=young people] in die Disko gehen, also darf Altan auch. Er soll doch nicht anders sein. Ich hoffe nur, da� er nichts Schlechtes macht. Selbstverst�ndlich [=nat�rlich] kann er auch Freundinnen haben und mit nach Hause bringen. Aber ich w�nsche mir von ihm, da� er heiratet, Kinder und Enkelkinder hat und da� wir alle zusammen sind. Altan will nicht mit in die T�rkei. Wir m��ten dann hin- und herpendeln [=commute back and forth].

Text 7: Die Bayrams

Fatih Bayram, 21, Sch�ler Ich bin in der T�rkei aufgewachsen [=grew up], in der 6. Klasse in Berlin eingeschult worden und mu�te erst mal Deutsch lernen. Manchmal wei� ich nicht, ob ich T�rke oder Deutscher bin. Mein Vater hat darauf bestanden [=insisted], da� ich aufs Gymnasium [=college prep high school] gehe. Ich habe viel Sport gemacht und spiele auch Theater, das gibt Selbstbewu�tsein [=self-confidence]. Ich habe den Koran gelesen, gehe auch in die Moschee und trinke keinen Alkohol. Mein Glaube [=faith] gibt mir das Gef�hl, am Leben zu bleiben [=gives me the feeling of staying alive]. Ich w�rde auch eine Deutsche heiraten, aber sie m��te den Glauben wechseln [=change; here: convert], das M�dchen mu� sauber [=clean] und Jungfrau [=a virgin] sein, sie ist kein M�belst�ck [=piece of furniture], das man ben�tzt [=uses] und wegschmei�t [=discards, throws away]. Avni Bayram, 58, Zimmermann [=carpenter] Ich bin das Oberhaupt [=head] der Familie, was ich sage, m�ssen alle machen. Morgens, mittags und abends mu� gebetet [beten = to pray] werden. Fernsehen, Radio, Kino oder eine Freundin oder Theater spielen sind nicht gut, das lenkt Fatih vom Lernen und Beten ab [ablenken von = to distract from]. Dann wird er vielleicht nicht mehr Professor und auch nicht Rechtsanwalt [=lawyer].

Text 8: Die �nl�s

Fatma �nl�, 42, Fabrikarbeiterin [=factory worker], arbeitslos [=unemployed] Ich bin 25 Jahre hier und habe mich nie zu Hause gef�hlt. Ich warte noch, bis meine Kinder die Schule beendet haben. Hier ist alles kalt, das Wetter und die Menschen. Ich trage kein Kopftuch, obwohl ich wei�, da� ich es tun m��te. Aber ich bete [=pray] f�nfmal am Tag und versuche in meiner Religion immer besser zu werden, sonst [=otherwise] habe ich Angst, wenn ich sterbe. Handan �nl�, 18, Sch�lerin Vor drei Jahren habe ich mich entschieden [=decided], das Kopftuch zu tragen. Ich glaube, es ist f�r mich das Richtige. Ich habe mich mehr f�r die Religion entschieden und nicht f�r die Karriere. Sp�ter m�chte ich in der T�rkei leben, dort heiraten und ein traditionelles Leben f�hren. Wegen [=because of] der Schule kann ich nicht immer beten, ich hoffe aber, da� ich es machen kann, wenn ich erst geheiratet habe. Nalan �nl� 22 Studentin Mir w�rde es schwerfallen [=it would be hard for me], ein Kopftuch zu tragen. Je l�nger man hier in der westlichen Kultur lebt, desto mehr ist man beeinflu�t davon [=influenced by it]. Ich m�chte hier bleiben und einen Beruf [=job] haben.